Ich bin traurig

Und es will einfach nicht mehr weggehen … 😦

Mittlerweile muss man (ich/das Alien) wohl in Erwägung ziehen, dass meine zahlreichen körperlichen Gebrechen doch eventuell psychosomatischer Natur sind. „Psychosomatik“. Was ist das nicht ein geiles Wort, oder? Wie oft mir das schon „ratlose“ Ärzte „diagnostiziert“ (haha) haben. Ich ertrage es einfach nicht mehr …

Sorry, wir haben keine Ahnung was Ihnen fehlt denn die Blutwerte sind ok. Da bleibt dann nur Psychosomatik. Haben Sie Stress?

Na klar hab‘ ich Stress, Du Spezialist! Wenn man jeden Tag Schmerzen hat und diese dann auch noch willkürlich durch den Körper wandern – wer hat denn da keinen „Stress“? Und was ist denn überhaupt „Stress“? Für mich ist das ein irgend gearteter, (außerplanmäßiger) Extrem-Zustand des Körpers.  Daß da ein kausaler Zusammenhang zu „ständig Schmerzen, die niemand versteht und daher auch nicht abstellen kann“ bestehen könnte erscheint mir auch nicht so WIRKLICH voll abwegig, oder? Oh Mann. Denk‘ nach, Dr. McFly!!!

Aber klar. Und so ehrlich muss ich zu mir sein – ich hab’s in meinem Leben schon mehr als ein Mal in die Krankenhaus-Notaufnahme geschafft. Und das komischerweise immer in „Stress“-Hoch-Zeiten. Mein ständig auf Empfang geschalteter Alien-Geist-Sinnes-Apparat ist offensichtlich sehr gut in der Lage, meinen „echten“ (ungefilterten -> nach außen gekehrten) Stimmungszustand mittels „Körperlicher Großwetterlage“ zu spiegeln. Will heißen: Je kränker/kaputter ich bin, desto unglücklicher meine „Seele“?! Na wieso auch nicht. Ist doch diese Idee bzw. dieses Konzept nicht „neu“ und vor allem in östlichen Philosophien oft „Standard“ und Grundlage für holistische Heilkonzepte und gerade den Asiaten traue ich am ehesten zu, „die Dinge“ verstanden zu haben.

Ich fühle mich einfach nur noch traurig. Tief traurig. Es ist niemand gestorben, mir wurde nix „angetan“ und ich hab auch nichts „verloren“ … es ist einfach die Summe der Umstände, der Eindrücke, der Reaktionen, der Gespräche, kurz: der Interaktion mit der „Nicht-Ich-Welt“ die mich traurig (und vielleicht auch ein Stück weit verzweifelt) macht. Wo man sich nun nach über 40 Jahren Lebenszeit irgendwann die Frage stellt: „Wozu das alles eigentlich“?

Mir ist irgendwann vor einigen Jahren die „Lust am Materiellen“ vergangen. Der früh-phasige „Spaß am Erfolg“, das „Leben meistern wollen“, das „Gas geben“. Denn: Nichts davon erzeugt(e) nachhaltige Zufriedenheit. Du kannst Dir das teuerste Auto der Welt kaufen und im größten Haus der Welt wohnen – der Schmerz und die Leere in Dir drinnen wird trotzdem nicht verschwinden. Glaubt mir. Ich hab’s ausprobiert. Es funktioniert nicht. Es ist immer nur eine temporäre Ablenkung von „der Wahrheit“ oder dem (sich nicht positiv anfühlendem) „IST“. Und rückwirkend betrachtet ist das alles auch logisch und nachvollziehbar.

Aber was bleibt, wenn man die ganzen extrinsischen Motivationsfaktoren (Gesellschaft, Geld, Ruhm, Ego-Blödsinn) „streicht“ (und man „erwacht“ ist)? Was soll einen dann noch motivieren, jeden Tag aufzustehen und „irgendwas zu machen“?

Klar, ich hab versucht die „Welt zu verändern“. Habe an Tausend-und-einer-Stelle gute Ratschläge angebracht. Habe meine Fähigkeit, „Dinge vorherzusehen“ in Strukturverbesserungsvorschläge gesteckt um es der Welt „um mich herum“ einfacher zu machen und „mehr Spaß zu haben“. Aber ist das nachhaltig? Nein. Sobald man sich abwendet, bewegt sich alles wieder in den Ursprungszustand. Menschen verfallen wieder in alte Verhaltensuster. Unternehmensstrukturen morphen wieder zurück in die alten angestaubten ego-zentrierten Kackstrukturen. Kurzfristigkeit dominiert wieder über Langfristigkeit (oder gar Nachhaltigkeit). Kurz: Sobald der Kater aus dem Haus ist, tanzen die Idioten Mäuse wieder auf den Tischen.

Um mich herum folgt gefühlt jeder-außer-mir einem Weltbild, das ich so unglaublich verabscheue und daher ablehne. Ein Weltbild, indem keiner mehr nachdenkt und sich alle dem „es ist halt so“ und dem „machen doch alle so“ beugen und wie hirnbefreite Aufziehroboter einem fremdgesteuerten Leben nachgehen. Und da eines der am beliebtesten (extern eingesteuerten) Motivationsfaktoren „Konsum“ ist, verbringen sie alle ihr Leben damit, dem Konsum zu frönen, dafür dann immer mehr Geld aufzubringen, was natürlich „ausgefahrene Ellenbogen“ erfordert, was dann zu Konflikten führt und damit zu einer noch beschisseneren „Grundstimmung“ – und die „Grundstimmung“ ist es doch, was so Hochsensibelchen wie ich permanent und überall sehen, spüren und „verarbeiten müssen“.

Also kämpfe ich seit Tag und Jahr damit, „Grundstimmungen“ zu optimieren. Regeln zu zu ändern, damit alles wieder „mehr Spaß“ bringt, am besten im gemeinsamen „Miteinander“. In einem Umfeld, in dem über Transparenz und klare Worte gar kein Zweifel mehr darüber herrscht, was „richtig“ und was „falsch“ ist und einfach nur noch „gemacht“ wird. Ohne Bullshit(-Bingo). Ohne „Delays“. Ohne kack Meetings.

Und das ist natürlich auch ein Selbstzweck. Damit ich nicht in Umfeldern agieren/leben/arbeiten muss, in dem die Grundstimmung „scheiße“ ist. Denn das tötet mich. Literally. Aber damit helfe ich dann natürlich auch anderen Menschen. Menschen, die gar nicht kapieren, warum die Grundstimmung scheiße ist. Die nicht wissen, an welchen Mini-Rädchen man drehen muss, damit auf einmal alles 200% besser läuft. Menschen, denen einfach der Blick für’s Detail fehlt. Dieser Blick für Details … das ist mein Ding. Das ist genau das, was ich (zu) gut kann. Ich bemerke jeden Furz der irgendwo falsch fliegt. Jede Stimmung, jeden Gesichtsausdruck. Jede Intonation. Jeder Nuance in Sachen Sarkasmus. Jeder noch so gut verpackte Zynsimus inklusive der unmittelbar ablesbaren (oder nicht ablesbaren) Reaktion bei einem oder mehreren Gesprächsteilnehmern (Meetings, mal wieder …)

Sinnlos.

Und weil nunmal die Mäuse sofort wieder anfangen auf den Tischen zu tanzen, erscheint das, was sich die Katze (ich) da überlegt hat, komplett SINNLOS. Den Dinge lassen sich offensichtlich NICHT nachhaltig ändern. Selbst hart verankerte Prozessveränderungen, die Menschen „dazu zwingen“ die Dinge anders anzugehen, werden irgendwann wieder aufgeweicht und gerne auch mal (von Minderverstehern) „aus Gründen der Einfachkeit“ wieder abgeschafft. Back to square one. Hauptsache einfach. Egal ob es 10x länger dauert, 10x mehr kostet, 10x mehr Ärger verursacht. Was für eine Welt… 😦

Mein Leben ist sowas voll von Erfahrungen, die ich alle als „nicht optimal gelaufen“ untertiteln würde. Und „nicht optimal“ bewerte ich als „nicht positiv“. Und wenn man 5000 Mal „nicht positiv“ unter seine Erfahrungen schreibt, dann ergibt das eine negative Gesamtbilanz. Und das führt zu Frust. Zu Trauer. Zu Depressionen. Zu Zweifel am generellen „Sinn“. Also ganz genau zu meinem aktuellen Zustand.

Ich kann das Konzept „Leben“ einfach nicht als eine sinnbefreite Aneinanderreihung von Erfahrungen akzeptieren. Angeleitet von Scheißhausparolen wie „Man soll das Leben anderer positiv beeinflussen“ … oder gar, ganz weit unten auf meiner Liste: „Man soll Spaß haben und glücklich werden“. Ernsthaft? Und dafür der ganze Aufwand? Das ganze Paket aus Geburt, Scheiß-Kindheit, Scheiß-Schulzeit, Scheiß-Ego-Phase, Scheiß-Sinnkrise-Selbstfindungsphase, Scheiß-Krankheiten-Phase um dann endlich irgendwann das „Game Over“ in Form von Tod zu erleben? Ja. Ich glaube an Wiedergeburt. An die Seele. An Karma. Aber wozu der ganze Wahnsinn davor? Welches Learning soll ich aus diesem Leben ziehen? Daß der Mensch ziemlich bescheuert ist? Und daß der Film Idiocracy eine Dokumentation und keine Fiktion ist? Und daß vieldenkende Aliens am besten lernen sollten, weniger zu denken und weniger wahrzunehmen – um nicht (im Alter?) verrückt zu werden? Oder muss man sich seine eigene Welt aufbauen und (Anarcho-mäßig) sein komplett eigenes Ding machen? Die Welt ändern – oder Resignieren?

Ich bin traurig. Weil ich nicht weiter weiß. Weil meine Probleme „struktureller Natur“ sind. Weil es immer mit einer offenkundig „inkompatiblen Außenwelt“ (oder, grob gesprochen, „anderen Menschen“) zu tun hat. Weil es, strukturell betrachtet, persistente Muster sind, die immer wieder und überall zu beobachten sind. Deren Ursachen „menschlich“ (oder viel mehr: „ego-related“) sind. Und weil Systeme (und Menschen) die Eigenschaft haben, sich wieder zurück in ihren Ursprungszustand (Komfortzone) zurück zu bewegen sobald der „externe Druck“ nachlässt. Und ich hab einfach keine Lust mehr „zu drücken“. Wieso muss ich überhaupt „drücken“? Weil alle anderen mit so wenig „Niveau“ oder „Qualität“ zufrieden sind und nur ich nicht? Jetzt mal diesen ganzen Hochbegabtenwahnsinn beiseite: Ein „gesunder Menschenverstand“ sollte doch eigentlich ausreichen, um gewisse Dinge als „nicht gut“ zu erkennen – inklusive dem dann entstehenden Willen, sie „abzustellen“? Dafür muss man doch keinen „Super-IQ“ haben?! Und trotzdem herrscht da draußen „der Wahnsinn“. Alles sinnbefreit, kurzfristig-denkend, ignorant und moralisch verdorben. I can’t stand it.

Nun denn – vielleicht sollte ich doch einmal professionelle Hilfe konsultieren? Coaches/Therapeuten gibt’s ja wie Sand am Meer. Wäre doch so gerne auch so jemand – einer, der Menschen tiefgreifend und nachhaltig hilft … aber macht das Sinn, wenn ich nicht einmal mir selbst helfen kann? Darf ein Mensch mit hohen Schulden jemand anderem Finanztipps geben? Oder ein übergewichtiger Mensch Wellness- und Ernährungstipps? I don’t think so.

So. Dann wurschtel ich mal weiter. Durch ein Leben, was überhaupt keinen Sinn zu ergeben scheint. Es gibt einfach keinen roten Faden. Außer den roten Faden der schmerzhaften Selbsterkenntnis. Und das als Gesamtfazit? Wie soll man da nicht depressiv werden?!

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