Hochbegabt? Ich???

Oh weh, es ist her. Und zwar schon lange. Dass ich hab geschrieben. Mehr schreiben du musst (würde Meister Yoda sagen).

Aber hier bin ich wieder … und es gibt etwas neues zu erzählen. Eine Erkenntnis tat sich auf. Ein Licht am Ende des zu Asche zerbröselten Regenbogens. Kurz hinter dem Friedhof der frühzeitig verstorbenen, pinkfarbenen Einhorn-Ponies. Im Land der keksförmigen Ritter. Und es begab sich wie folgt:

Im Zuge meiner Suche nach potenziellen Gründen für das permanentes An-Ecken, Re-Booten von Lebensabschnitten und der in jeder Situation vorhandenen Erkenntnis/Gewissheit, dass mich keiner versteht und dass alle „blöd“ und „dumm“ sind, bin ich über Zufälle mit einer Idee konfrontiert worden, die ich bisher nicht ernsthaft als Wahrheits-Option betrachtet habe (was vermutlich an meiner, ankonditionierten, Bescheidenheit liegt).

Hurra, meine Damen und Herren. Es ist offiziell. Ich bin HOCHBEGABT!!!

<ironie>Und jetzt ist alles klar!!!</ironie>

Nein. Nix ist wirklich „klar“. Aber in einem Anfall von Wahnsinn habe ich mich, erneut auf Anraten einer klugen weisen Person, trotz recht fortgeschrittenen Alters, auf meinen Intelligenzquotienten hin testen lassen … und huch und oh schreck – offensichtlich bin ich statistisch gesehen – unter Einbeziehung von Kontrolldaten einer Vergleichsgruppe – unter den Top 1,4% aller Menschen, die je (?) so einen Test gemacht haben. Und ich dachte direkt nach dem Test noch „da war mehr drin“. Weil „viel zu perfektionistisch herangegangen“ und „suboptimales Zeitmanagement während des Tests“ und „dumm gelaufen“. Tja. Törööö.

Legitimiert durch dieses Ergebnis („Sie sind hiermit offiziell hochintelligent“) sauge ich mir seitdem ein Buch nach dem nächsten zum Thema „Hochbegabung“ und „Hochsensibilität“ rein, um dann tatsächlich festzustellen, dass ca. 87-96,5% aller meiner selbst erkannten Probleme irgendwie „typisch“ für übermäßig intelligente Menschen sind und dass das alles irgendwie „normal“ (für mich/uns) ist und man einfach akzeptieren muss, dass nicht „alle anderen blöd“ sind sondern „ich übermäßig schlau“ und statistisch/rechnerisch betrachtet daher auch eher „Exot“ oder „Besonders“ und daher möglicherweise auch „inkompatibel zur Durchschnittsmenge“.

Na und nun wurde alles klar. Es fallen mir unendlich viele Situationen aus der Vergangenheit (bis in die Kindheit) ein, Konflikte, bei denen ich mich fragte „wieso denn der Gegenüber das verdammt noch mal nicht versteht“ und „wieso das denn bloß immer alles so schwierig sein muß“? Offensichtlich lag’s dann aber wohl doch nicht an den „Idioten“ und dem Umstand, dass diese Firma „nur Hirnis“ beschäftigt und „mir komplett unklar ist, wie die denn überhaupt klar kommen“. Das typische impulsive Gepoltere halt. Das ließe sich nun aber (durch Akzeptanz dieser Hochbegabten-These) erklären. Unglaublich aber wahr.

Fakt scheint zu sein: Mein Anspruch ist viel zu hoch und entspricht nicht dem landläufigen „normalen“ Anspruch wie er in (großen) Firmen zu finden ist. Mein Anspruch, die Dinge nachhaltig, stabil, modern, flexibel und „einfach“ zu realisieren ist für „alle anderen“ undurchsichtig, abgehoben, unrealistisch und – noch viel krasser – auch störend für den „inneren“ (systemischen) Frieden … und führt am Ende dann auch noch zu existenziellen Reibereien („den Störenfried müssen wir los werden“). Und schwupps – wieder ein Zyklus um, Zeit für den nächsten Job…. „aber dieses Mal wird alles besser“. Der Klassiker halt.

Für mich stellen sich „Probleme“ niemals als schwierig dar. Es ist immer eine Summe von kleinen Einzelproblemkomponenten die meistens im (kausalen) Zusammenhang stehen. Man kann also große Problem durch sorgfältiges Auflösen der innen liegenden, kleinen Probleme, nicht nur kurzfristig/sofort, sondern auch nachhaltig lösen (sprich: es wird zukünftig nicht mehr auftreten, so lange die Rahmenbedingungen, z.B. die Regeln, die gleichen bleiben). Allerdings scheinen die wenigsten Menschen in der Lage zu sein, komplexe übergreifende Probleme zu verstehen, was aber leider nötig ist, um den Herleitungspfad meiner „Lösung“ nachvollziehen zu können …. und statt dann einem „blind“ das „Vertrauen auszusprechen“ und „einfach mal auszuprobieren“ … wird viel lieber „abgelehnt“ – nur um dann x Monate später in exakt von mir prognostizierte Probleme zu laufen. Aber klar, es ist einfacher Dinge zu verschleppen als einfach einmal zuzugeben, dass jemand anders Recht hat. Natürlich, die Psychologie der Menschen und so weiter, aber da frage ich mich doch, was ich eigentlich noch tun soll, wenn meine hellseherischen (haha) Fähigkeiten nicht gefragt sind. Mein proaktives „Denken“ und „Verhindern von Problemen“. Weil man eigentlich lieber kurzfristig denken möchte. Und weil es die meisten nicht stört wenn jeden Tag eine neue „überraschende“ Katastrophe entsteht die „gefixt“ werden muss. Weil das ist ja dann ein kurzfristiger Erfolg den man feiern kann. Dessen Ursache man natürlich selbst verschuldet hat. Aber wer denkt schon so lange zurück? Sorry, das ist einfach kompletter Blödsinn und eine Verschwendung teurer (humaner/monetärer) Ressourcen … aber mit dieser Meinung stehe ich ziemlich exklusiv dar.

Ja, ich weiß. Ist für den normiert denkenden Leser ziemlich wirklich harter Tobak. Aber leider wahr.

Ach Mensch, was ist das hier schon wieder für ein Blog Eintrag. Ich gebe zu, ich habe ein bis drei+ Glas Wein getrunken – aber verdammte Axt, ich war mein ganzes Leben ein „Alien“, war ungelogen-und-ohne-angeben-zu-wollen permanent gelangweilt und unterfordert, ständig am Ausprobieren „neuer Themen“ (Stichwort: SCANNER Persönlichkeit), stand auf jeder Party alleine herum weil mich Smalltalk langweilte und NIEMAND da war, der vielleicht über Theorien zum Leben nach dem Tod oder alternativen Realitäten quatschen wollte – oder, einfacher/näher-dran, über soziale Geschehnisse und ihre vermeintlichen Kernursachen – und am Ende dachte ich immer nur, dass ich ein echtes Problem habe und vermutlich irgendwann komplett frustriert und unverstanden sterben werde.

Aber mitnichten. I will survive! Es ist Zeit, sein „Ich“ und seine Besonderheiten zu akzeptieren und zu nutzen. Ich werde nicht aufgeben … und weiter nach Menschen suchen, die ähnlich „ticken“ wie ich. Und irgendwie fühle ich mich nun auch legitimiert das Thema „Intelligenz“ als Auswahlkriterium dafür anzulegen. Es widerspricht komplett meiner Bescheidenheit so etwas überhaupt auszusprechen, aber faktisch ziehen mich kluge und komplexe Persönlichkeiten an da ich mich dort „richtig“ fühle. Ich bewundere solche Menschen und fühle mich bei ihnen wohl. Und ich genieße die (aktuell noch sehr seltenen) Gespräche mit ihnen, bei denen man in „Originalgeschwindigkeit“ (unverstellt) kommunizieren kann/darf und „die Funken fliegen“.

Also… sollte das hier irgendwer lesen der sich angesprochen fühlt. Ein Alien, ein Nerd, jemand der traurig ist, weil er nur auf Menschen trifft, die ausser den typischen „banalen“ Themen wie Haus, Auto, Heirat, Kinder, Rente keine weiteren Beschäftigungen/Themen/Hobbies/Visionen/Wünsche/Ziele haben – sprecht mich gerne an. Ich freue mich über komplexe Gedanken und Dinge, die unkonventionell sind und so überhaupt nicht „gesellschaftskonform“ (wie es sich der Großteil der Menschen „da draußen“ wünscht).

Sprecht mich an. Und seid euch gewisst: Ich verstehe euch, ich bin euch gewachsen und eure Gedanken können nicht tief und „schräg“ genug sein. Let’s talk! 🙂

Grüße vom Themensezierer

 

 

 

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